Das FUNKE Corporate Design — Zeitgeist trifft zeitlos
Wie gibt man einer Mediengruppe mit über 30 Submarken und mehr als 590 Produktmarken eine einheitliche visuelle Sprache? Das FUNKE Corporate Design löst diese Aufgabe über fest definierte Gestaltungsparameter statt über ein festes Layout. Dadurch bleibt die visuelle Sprache der FUNKE Mediengruppe variabel und trotzdem erkennbar.
Die neue visuelle Sprache der FUNKE Mediengruppe
Der FUNKE Markenfilm zeigt in komprimierter und anschaulicher Form alle nachfolgend gezeigten Parameter des neuen Markendesigns.
Ein Logo, das zur Regel wird
Lesbarkeit und Dekodierbarkeit in kleinsten Darstellungsgrößen hatten bei der Überarbeitung höchste Priorität. Auf Basis der Hausschrift wurde die Wortmarke neu gesetzt und akzentuiert modifiziert, die Abstände innerhalb der Bildmarke optimiert und das Verhältnis beider Bestandteile neu definiert.
Entscheidend für das System ist jedoch, was am Logo hängt. Die Schutzzone entspricht der Breite des Buchstabens F aus der Wortmarke — eine Regel, die sich aus dem Logo selbst ableitet und deshalb auch für jede Submarke gilt. Die Mindestgröße liegt bei 2,5 Millimetern. Neben der primären roten Version existieren genau vier weitere Darstellungsvarianten, dazu neun Don’ts. Damit muss im Einzelfall niemand mehr entscheiden, ob eine Anwendung zulässig ist.
Neue Wort-Bild-Marke /
alte Wort-Bild-Marke
Die FUNKE Farbwelt
Die FUNKE Farbwelt besteht aus den Primärfarben FUNKE Rot, Schwarz und Weiß, flankiert von fünf neu entwickelten Sekundärfarben. Durch die zusätzliche Nutzung jeweiliger Farbabstufungen entsteht in Summe eine breitgefächerte Farbwelt.
Die Freiheit endet dort, wo Verwechslung entstehen könnte. In ausgewählten Anwendungen wie Diagrammen sind die zu verwendenden Farben klar definiert. Und Anzeigen für Produktmarken folgen dem Farbkonzept der jeweiligen Marke, während der Konzernanker die Zugehörigkeit sichert.
Das sekundäre Markenelement
Das sekundäre Markenelement leitet sich aus der Bildmarke ab und wirkt strukturierend und verdichtend. Aus der isolierten Grundform entsteht ein Formenrepertoire, das teils gespiegelt und auf Outlines reduziert wird. Die Formen werden überlappend platziert, und die Flächen dazwischen dienen als Träger für Farbfüllungen, Bilder und Illustrationen.
Gebunden ist das Element an wenige feste Parameter: 0,6 Punkt Linienstärke in gängigen DIN-Formaten, bei Großformaten proportional angepasst. Die Linien müssen sich immer an mindestens einer Stelle berühren oder schneiden. Innerhalb einer Serie bleibt die Stärke gleich. So entsteht aus einer einzigen Form ein Element, das auf jedem Format anders aussieht und trotzdem erkennbar bleibt.
Ein Gestaltungsprinzip statt vieler Vorlagen
Zusammengeführt werden diese Bausteine über ein konzernweit einheitliches Gestaltungsprinzip, das sich aus fest definierten Gestaltungsparametern zusammensetzt. Jedes Layout ist dabei in vier Ebenen aufgebaut: Markenebene, lineare Elemente, Informationsebene und Bildebene.
Der Unterschied zu klassischen Vorlagen liegt in der Logik. Ein Parameter beschreibt eine Entscheidung, während eine Vorlage nur einen Fall abdeckt. Deshalb lassen sich aus denselben Parametern hunderte Anwendungen ableiten, ohne dass jemand neu entscheiden muss.
Ein flexibles Spaltenraster für alle Anwendungen
Das Layoutsystem ermöglicht ein Höchstmaß an Individualität. Spannung entsteht durch Schulterhöhen, Marginalspalten, Ruheräume und die Anordnung von Form, Farbe, Bild und Typografie.
Darunter liegt ein festes Gerüst: zwölf Spalten bei DIN A4, vier bei DIN lang, dazu ein Grundlinienraster von sieben Punkt, das die Zeilen innerhalb einer Serie stringent hält. Über Proportionen muss deshalb niemand mehr im Einzelfall entscheiden.
Die FUNKE Hausschrift
Das Corporate Design legt fest, wie Typografie eingesetzt wird. Primär kommen vier Schnitte zum Einsatz, Hervorhebungen entstehen über Schnittvarianz und Corporate-Design-Farben, dazu dient Arial als Korrespondenzschrift. Satzregeln geben für jeden Schriftgrößenbereich eine eigene Laufweite vor.
Die Empfehlung einer eigenen Hausschrift stand bereits zu Projektbeginn. Sieben Jahre später führte die FUNKE Mediengruppe die FUNKEsans ein — gestaltet von der Berliner Typefoundry Just Another Foundry, begleitet von CRENEO im laufenden Austausch. Sie steht in der Tradition der FF Meta und damit auf derselben Grundlage wie die bisherige Hausschrift, ergänzt um die FUNKEserif für Printmedien. Die bestehende Typografie-Systematik ließ sich deshalb übertragen: Einzelne Werte wurden nachjustiert, die Logik dahinter blieb bestehen.
Natürlich, spannend, dokumentarisch
Mit der Bildwelt werden die Identität und der Anspruch des Unternehmens transportiert. Die FUNKE Bildwelt zeichnet sich durch einen hellen und freundlichen Farbklang aus, der das Unternehmen in der Außendarstellung stützt und stärkt.
Der Mensch ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Fotografie, denn er schafft Nähe und Vertrauen. Fotografische Stilmittel wie Tiefenunschärfe, spannende Fluchten und interessante Bildeinspiegelungen sorgen für eine authentische und moderne Bildsprache.
Damit ist auch die Bildwelt Teil der visuellen Sprache der FUNKE Mediengruppe — ein Parameter, keine Sammlung. Sie beschreibt, woran sich ein Motiv messen lassen muss — nicht, welches Motiv zu nehmen ist.
FUNKE Iconset
Auf Basis eines Ikonografiekonzepts entstand ein exklusives Iconset. Icons kommunizieren visuelle Inhalte vereinfacht und vermitteln über Form und Farbe eine Markenpersönlichkeit. Charakteristisch für den FUNKE Ikonografiestil ist ein simplifizierter, linearer Aufbau mit ergänzender Farbakzentuierung einzelner Elemente.
Weil das Set als geschlossene Bibliothek vorliegt, wählen Teams heute aus, statt neu zu zeichnen.
Die FUNKE Illustrationswelt
Illustrationen veranschaulichen und erläutern Botschaften schnell und präzise. Sie transportieren komplexe Inhalte leicht verständlich und prägen sich dadurch besser ein.
Mit der FUNKE Illustrationswelt entsteht eine weitere Kommunikationsebene. Die Illustrationen zeichnen sich durch eine farbenfrohe Gestaltung mit Schwerpunkt auf der Markenfarbe Rot und einen minimalistischen Stil aus. Entwickelt wurden dafür zwei Stilrichtungen: eine flächige und eine dezentere lineare, die je nach Medium unterschiedlichen Mehrwert bieten.
Im Gestaltungsprozess kann u. a. fotorealistisches Material als Grundlage verwendet werden. So entwickeln die flächigen Illustrationen mit einfachen Mitteln eine natürliche Dynamik.
Grafiken und Diagramme
Werbliche und sachliche Diagramme, Ablaufpläne und Grafiken lassen sich je nach Einsatzgebiet und Kontext nutzen. Im Zusammenspiel mit Illustrationen entsteht optional eine weitere Ebene der Informationsvermittlung.
Für Diagramme sind die zu verwendenden Farben klar definiert. Gerade dort, wo Farbe Bedeutung trägt, endet die Wahlfreiheit — sonst würde dieselbe Farbe in zwei Diagrammen Verschiedenes meinen.
Das FUNKE Corporate Design gibt keine Layouts vor, sondern Parameter. Daraus entstehen hunderte Anwendungen — jede eigenständig, alle erkennbar.